LiveCam

Gartenüberwachung mit dem Raspberry Pi Zero W

Über einen Artikel in der Zeitschrift “Raspberry Pi Geek Spezial” bin ich auf die Möglichkeiten des Raspberry Pi Zero W aufmerksam geworden. In dem Artikel geht es darum, eine Kamera direkt an den Zero anzuschließen und die Daten über das Heimnetzwerk verfügbar zu machen. Da mich seit längerem nervt, dass diverse Tiere in unserem Garten ihre Ausscheidungen auf dem Rasen zurücklassen, habe ich mir vorgenommen, den Raspberry Pi Zero mal auszuprobieren.

Bei buyzero gibt es Bundle, in dem alle notwendigen Teile enthalten sind. Das Bundle kam innerhalb weniger Tage bei mir an und konnte so gerade rechtzeitig zu meinem Urlaub ausprobiert werden. Der Zusammenbau der Einzelteile ist denkbar einfach und wird hier nicht weiter beschrieben.

Installation

Für die Gartenüberwachung wird folgende Software benötigt:

  • MotionEyeOS
    Eine Linuxdistribution, die so schlank ist, dass sie auch auf dem Zero läuft. Die zum Zeitpunkt dieses Artikels aktuellste Version war 20170329. Die aktuelle Version kann hier heruntergeladen werden.
  • Etcher
    Zum Flashen der MicroSD-Kart

Die einzige Hürde für mich war die Konfiguration des WLANs. Hierfür brauchte ich drei Anläufe:

  1. Image von MotionEye auf die die SD-Karte bringen und Zero starten
    => Wie soll man nun das WLAN konfigurieren? Auch ja, es muss die Datei wpa_supplicant.conf im Root-Verzeichnis liegen
  2. Die Datei erstellen und im Rootverzeichnis der SD-Karte über den Explorer ablegen und den Zero neu starten
    => Der Raspberry ist immer noch nicht im Netzwerk zu sehen? Dann die Konfigurationsdatei  prüfen:
    a. Netzwerkname und
    b. Passwort stimmen
    => Anleitung noch einmal lesen!
  3. Das Image und die Konfigurationsdatei müssen VOR dem ersten Start des Zeros bereits auf der SD-Karte sein! Ansonsten wird die Konfiguration nicht geladen und damit auch keine Kommunikation mit dem WLAN hergestellt.

Ich habe mich entschieden in der FritzBox dem Zero den Namen MotionEye und eine feste IP-Adresse zu geben. Damit kann ich auf die Oberfläche vom Zero über die Adresse http://motioneye zugreifen.

Nun geht es an die Positionierung des Zero und anschließend die Konfiguration.

LiveCam in derSteckdoseAuf der Terrasse habe ich eine Steckdose. In diese habe ich das Netzteil mit dem Zero gesteckt und die Kamera so ausgerichtet, dass sie einen großen Teil des Gartens überblickt.

Da das Gehäuse noch einige Öffnungen aufweist, habe ich diese noch mit Klebeband verschlossen, damit sich nicht noch Insekten im warmen Inneren einnisten.

Konfiguration

Nachdem die Verbindung hergestellt wurde – bei mir mittels http://motioneye – geht es an die Konfiguration der Kamera und der Kommunikation mit der Außenwelt.

MotionEye

Bei der Erkennung von Bewegung habe ich es zunächst mit dem Standard versucht. Da es sich um einen windigen Tag handelte, habe ich etwa jede Minute eine Mail erhalten. Zunächst habe ich mich gefreut, da ich annahm, dass die Kamera tatsächlich etwas entdeckt hatte. Ich konnte auf den Fotos nur nichts entdecken.

Die Ursache waren die Büsche im Hintergrund. Diese Bewegung wurde erkannt und löste eine Benachrichtigung aus.

Da mich nur die Bewegung auf dem Rasen und der Terrasse interessiert, muss eine Maske definiert werden, die die Bereiche ignoriert, die nicht interessieren. Das kann die Straße vor der Haustür sein, die nicht interessiert oder wie in meinem Fall die Büsche im Hintergrund.

MotionEye-Maske

Auch die Maske hat nur bedingt geholfen. Da es sich um einen wolkigen Tag handelte, erhielt ich nun immer noch Mails, wenn mal wieder die Sonne hinter den Wolken hervorkam oder hinter den Wolken verschwand.

Selbst die Suche im Internet hat mich noch nicht zu den richtigen Einstellungen gebracht. Anscheinend stellen andere MotionEye-User Ihre Kamera geschickter auf. Immerhin bekomme ich nun nur noch falsche Mails zum Sonnenaufgang und –untergang.

Sollte ich die besten Werte gefunden haben, werde ich Sie in diesem Blog veröffentlichen.